Lackierung eines GFK-Bootes – Teil II: Vorarbeiten

19 Nov

Die Grundlage für jede gute Lackierung ist eine saubere Vorbereitung der zu lackierenden Fläche. Wer hierbei spart, wird sich später sehr ärgern! Denn wie schon in Lackierung eines GFK-Bootes – Teil I: Planungsphase erwähnt, solltet Ihr damit rechnen, dass die Vorbereitung einen Großteil der gesamten Arbeitszeit ausmacht und ebenso verhält es sich auch mit dem Ergebnis. Ein schlecht vorbereiteter Untergrund kann selbst vom besten Lackierer der Welt niemals ordentlich beschichtet werden.

Vorarbeiten

Demontage

Es sollten im Idealfall alle Anbauteile, Beschläge, Scheiben und sonstige Dinge entfernt werden. Alles andere ist Pfusch 😉

Na gut, man kann mit Sicherheit auch das ein oder andere Teil abkleben, aber spätestens wenn es mal ersetzt wird und das Neuteil nicht mehr die gleichen Abmaße hat, werdet Ihr Euch ärgern. Daher lieber alle Teile demontieren. In dem Zuge wurden bei mir auch einige Schrauben, Gummis, Beschläge und Fenster erneuert.

Demontage

 

Reinigen I

Als allererstes solltet Ihr nun die zu bearbeitende Fläche gründlich reinigen und mit einer Mischung aus Aceton und Wasser abwaschen. So vermeidet Ihr, dass der Dreck in das Material geschliffen wird. Bei dieser Tätigkeit empfiehlt es sich mit säurebeständigen Handschuhen zu arbeiten. Einweghandschuhe aus dem Sanitärbereich, oder Spülhandschuhe können aber meiner Meinung nach ebenfalls verwendet werden.

Planungsphase

 

Spachteln

Im dritten Schritt müssen alle Löcher, Risse und beschädigte Stellen ausgeschliffen und verspachtelt werden. Mit einem Mal Spachteln ist es meist nicht getan. Bei größeren Flächen oder tiefen Kratzern bzw. Löchern wird in mehreren Schritten gespachtelt und zwischen jedem Spachtelgang geschliffen, bis die Oberfläche absolut plan ist. GFK-Risse sollten mit einem Dremel und kleinem Fräsaufsatz bearbeitet und anschließend verspachtelt werden. Die Risse werden sich sonst mit hoher Wahrscheinlichkeit auch wieder durch den neuen Lack ziehen.

Spachteln

 

Schleifen

Sind alle Schäden beseitigt, geht es an die Schleifarbeiten. Über die Körnung des Schleifpapiers scheiden sich die Geister und Experten. Je feiner die Körnung, desto besser wird natürlich auch das Endergebnis. Ich persönlich habe dazu viele Erfahrungswerte gelesen und auch mit dem Lackhersteller Epiform telefoniert.

Fazit: 240ér Korn ist absolut ausreichend gewesen, alle Schleifriefen wurden vom Filler/Primer perfekt ausgeglichen und waren bereits nach dem ersten Füllern völlig unsichtbar. Fakt ist jedoch: Je glatter die Oberfläche werden soll, desto feiner muss auch geschliffen werden. Wer also Wert auf absolute Perfektion legt, sollte bei jedem Durchgang eine feinere Körnung wählen.

SchleifenII

Wichtig ist qualitativ hochwertiges Schleifpapier! Zum einen lässt es sich wesentlich länger verwenden, zum anderen ist nicht jedes 240ér Schleifpapier auch gleich 240ér Schleifpapier. Ich wollte zunächst noch ein paar vorhandene Bögen verwenden, die jedoch verglichen mit dem hochwertigen Papier deutlich gröber waren. Das günstigen 240ér Schleifpapier war ebenso grob gekörnt wie das hochwertige 120ér Schleifpapier. Daher spart besser nicht am falschen Ende. Grundsätzlich wird die Fläche bei verwendung einer Schleifmaschine bei der gleichen Körnung viel feiner als von Hand geschliffene Flächen.

Wenn irgendwie möglich, würde ich immer mit einer Schleifmaschine arbeiten um eine entsprechend gleichmäßige Oberfläche zu schaffen und deutlicher schneller arbeiten zu können. Am besten geeignet ist natürlich ein Exzenterschleifer, da die Fläche mit dieser Maschine gleichmäßig bearbeitet wird und bei korrekter Anwendung keine Unebenheiten entstehen, die man i.d.R. leider erst nach der Grundierung/Lackierung sieht. Da mein Aufbau überwiegend aus Ecken, Kanten, Fensterausschnitten und Rundungen besteht, musste ich für die meisten Flächen eine kleinere Maschine verwenden. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit dem MultiTalent von Fein und dem MultiMax von Dremel gemacht, wobei das Gerät von Dremel deutlich günstiger ist und wirklich sehr gut und zuverlässig arbeitet.

Schleifen

 

Reinigen II

Seid Ihr mit dem Schleifen fertig, sollten alle Flächen zunächst mit Druckluft abgeblasen, anschließend im ersten Durchgang mit Wasser und danach mit einer Wasser-Aceton-Lösung abgewaschen werden, um die Oberfläche zu entfetten. Alternativ kann natürlich auch spezieller Lack Entfetter oder Silikon Entfetter verwendet werden, aber meistens handelt es sich hierbei auch nur um Aceton in einer schönen Verpackung zu einem vielfachen des Preises. Für den letzten Waschgang verwendet Ihr am besten fusselfreie Einmal-Werkstatttücher, die während der Reinigung oft gewechselt werden sollten.

ReinigenI

 

Abkleben

Wenn Ihr alle Vorarbeiten abgeschlossen habt, ist nun der geeignete Zeitpunkt mit dem Abkleben zu beginnen. Diese Arbeit ist naturgemäß sehr individuell, weshalb ich darauf nicht näher eingehen werde. Eins sei jedoch eins gesagt: Kauft das gute Klebeband und bitte nicht das vom Discounter für einen Euro! Erstens haftet es besser, zweitens lässt es i.d.R. keinen Lack unter das Klebeband laufen und drittens lässt es sich auch wieder rückstandslos entfernen. Außerdem sollte Abdeckplane immer gut verklebt und auf Spannung gebracht werden, damit sie durch die Durckluft der Lackierpistole nicht hin und her flattert oder gar abreißt.

Abkleben

 

Staub binden

Sind alle Flächen absolut sauber und fettfrei, solltet Ihr vor dem Grundieren alles noch einmal mit Staubbindetüchern abwischen. Es ist erstaunlich, was da drin noch hängen bleibt, selbst wenn man wenige Minuten vorher alles mit Aceton abgewaschen hat. Falls Ihr beim Abkleben noch mit den Fingern an die zu lackierenden Flächen gekommen seid, sollten diese Stellen noch mal mit der Wasser-Aceton-Lösung abgewaschen werden und erst danach mit Staubbindetüchern.

Staubbindetuch

 

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Lackierung eines GFK-Bootes – Teil III: Grundierung & Lackierung