Boot Einwintern – Winterzeit ist Wartungszeit!

13 Jan

Vom Ölwechsel über die Wartung der Rettungswesten bis hin zur Reinigung gibt es am Boot einige wiederkehrende Arbeiten um die wir uns regelmäßig kümmern müssen. Also nutzen wir doch die kalte Jahreszeit in der wir meist eh nicht auf dem Wasser sind und schenken unserem Boot ein bisschen Liebe und Aufmerksamkeit.

Aufräumen & Reinigen

Zum Ende der Saison empfiehlt es sich zunächst einmal sämtliches Gerödel vom Boot zu nehmen und trocken zu lagern. So kann nichts verschimmeln, man kann in jeder Ecke mal gründlich putzen und das Equipment bekommt im Winterlager keine Beine. Polster und Matratzen sollte man je nach Material auch besser trocken und warm lagern um Schimmel und Stockflecken vorzubeugen.

Falls nicht bereits nach der letzten Ausfahrt geschehen, werden alle Leinen, der Anker samt Vorlauf, sowie die Fender gründlich gereinigt, getrocknet und anschließend eingelagert.

Wenn man einmal dabei ist, kann man in diesem Zuge gleich mal die Rettungsmittel überprüfen und deren Verfalls- bzw. Wartungsdaten checken. Automatikwesten müssen i.d.R. alle zwei Jahre von einem Fachbetrieb überprüft und Auslösetablette sowie Durckluftkartusche ausgetauscht werden. Jedoch durchlaufen auch Feststoffwesten einen Alterungsprozess, wodurch sie zumindest optisch in Augenschein genommen werden sollten. Auch Signalmittel, Erste-Hilfe-Sets, Rettungsinseln und viele andere Dinge unterliegen bestimmten Wartungszyklen! Nehmt euch die Zeit und überprüft alles in Ruhe. Wenn es hart auf hart kommt, ist das euere Lebensversicherung!

Wenn es im Herbst noch nicht ganz so kalt ist, wird das Boot vor dem Winter und bevor es unter die Plane kommt noch einmal gründlich gereinigt und ausgesaugt, damit sich der Dreck über die Monate nicht festfrisst. Dazu gehören natürlich auch die unliebsamen Stellen, wie z.B. die Bilge und der Motor. Poliert wird das Boot allerdings immer erst im Frühjahr, damit es für die Saison wieder schön glänzt. Wasserlieger haben hier meist etwas mehr zu tun… Rumpf und Antrieb von Algen und Bewuchs befreien, ggf. das Antifouling erneuern, usw. Diesbezüglich möchte ich aber nicht zu sehr ins Detail gehen, da je nach Boot, Rumpfmaterial und Anwendungszweck sehr unterschiedliche Aufgaben anfallen.

Wartungsarbeiten

Nachdem alle optischen Arbeiten und ggf. kleinere Reparaturen erledigt sind, wechsle ich am liebsten noch vor dem Frost das Getriebeöl meines Außenborders. Zwar scheiden sich hier die Geister, aber sollte doch mal Wasser im Öl sein, kann es im schlimmsten Fall zur Frostsprengung kommen, wodurch ein recht teurer Schaden entsteht. Daher gönne ich meinem Motor gerne schon vor dem Winter frisches Öl.

Den Impeller sollte man auch im Hinterkopf haben und alle 2-4 Jahre austauschen, aber hier gehen die Meinungen ebenfalls stark auseinander und selbst die Werkstätten halten es für unsinnig, alle 1-2 Jahre einen top erhaltenen Impeller in die Tonne zu schmeißen.

Ebenso sollte man die Opferanoden am Motor und ggf. am Boot überprüfen und bei Bedarf austauschen. Bei meinem GFK-Boot sind natürlich keine angebracht und die des Motors halten auch eine Ewigkeit, da mein Boot meist auf dem Trailer liegt.

Als glücklicher Besitzer eines Evinrude E-Tec Motors ist das Einwintern denkbar einfach. Mittels einer speziellen Schalthebelstellung lässt sich der Motor kinderleicht einmotten. Auch das jährliche Erneuern der Zündkerzen ist mit diesem modernen Motor nicht mehr erforderlich. Das kenne ich von meiner alten Force Lady noch anders. Die Besitzer eines 4-Takters oder Inneborders haben meist noch etwas mehr zu tun. Ventilspiel und Steuerkette prüfen, Frostschutz in den Kühlkreislauf einfüllen oder den Motor damit spülen, Motoröl wechseln, Luftfilter prüfen, usw. Hierzu gibt es aber schon viele gute Checklisten im Internet, sodass ich darauf nicht im Detail eingehen werde.

Ich habe es mir mittlerweile abgewöhnt die Batterien aus dem Boot zu schleppen und in der Garage oder dem Keller zu lagern. Stattdessen prüfe ich nun vor dem Winter den Säurestand und stelle die Ladegeräte auf Erhaltungsladung. Wenn man die Batterien allerdings ohne Ladegerät den gesamten Winter im Boot lagert, sollte man zumindest mal gelegentlich die Spannung messen. Eine Tiefentladung kann den Tod der wertvollen Energiespeicher bedeuten! In diesem Fall würde ich mir vermutlich weiterhin die Arbeit machen und die Batterien ausbauen.

Um Rost und Gammel vorzubeugen, gehe ich einmal mit der Fettpresse um das Boot und drücke alle Schmiernippel ab. Bei mir gibt es allerdings auch nicht so viel zu schmieren, sodass sich die Arbeit auf den Außenborder und die Kupplung des Trailers reduziert. Ebenso sprühe ich sämtliche beweglichen Teile am Trailer, sowie Beschläge und co. am Boot mit etwas WD40 ein.

Seit diesem Jahr steht nach dem Einbau der Heckdusche ein neuer Punkt auf meiner Liste, nämlich das restlose Entleeren des Wassertanks, der Pumpe und sämtlicher Schläuche samt Duschkopf, damit mir die Leitungen und Geräte im Winter nicht einfrieren und aufplatzen. Bei größeren Booten mit Waschbecken, Warmwasserboiler und Toilette gibt es sicherlich noch mehr Handlungsbedarf.

Sollte der Wassertank verschmutzt sein, spüle ich ihn mit etwas Chlor aus dem Poolbedarf. Bei Edelstahltanks sollte man aber besser auf andere Mittel zurückgreifen, da dieser sonst korrodieren könnte. Anschließend wird der Tank ein paar Mal gespült und getrocknet.

Bevor nun die stabile Winterpersenning über das Boot kommt, nehme ich die normale Persenning ab und lagere sie trocken in meiner Garage. Zwar ist es unter der Winterplane trocken und gut durchlüftet, aber die Winter- und Sommerpersenning würden bedingt durch den Wind und Sturm im Herbst die ganze Zeit aneinander reiben, was sicherlich nicht gerade die Lebensdauer erhöht.

Wer sich zum Ende der Saison ein klein bisschen Zeit nimmt und alles gut vorbereitet, muss im Frühjahr keine bösen Überraschungen erleben. Demnächst veröffentliche ich hier noch einen kleinen Frühjahrescheck!

Zu guter Letzt verschwindet meine Lady unter einer dichten aber dennoch gut durchlüfteten Winterplane Marke Eigenbau und wartet sehnsüchtig auf die nächste Saison 😉

Winterpersenning